Nachhallzeit

Grundlagen, Bedeutung und praktische Anwendung

Was ist Nachhallzeit?

Die Nachhallzeit (auch RT60 genannt) beschreibt, wie lange ein Schallereignis im Raum hörbar bleibt, nachdem die Schallquelle ausgeschaltet wurde. Je länger der Nachhall, desto halliger wirkt ein Raum – je kürzer, desto trockener und präziser der Klang. Sie ist eine entscheidende Kenngröße zur Bewertung der Raumakustik.

Wie wird die Nachhallzeit berechnet?

Die klassische Formel zur Berechnung der Nachhallzeit stammt von Wallace Sabine und lautet:

RT60 = 0,163 × V / A

- RT60 = Nachhallzeit in Sekunden
- V = Raumvolumen in m³
- A = äquivalente Schallabsorptionsfläche in m² 

Diese Formel zeigt: Je größer das Raumvolumen und je geringer die Absorptionsfläche, desto länger die Nachhallzeit.

Frequenzabhängigkeit und Normen

Die Nachhallzeit ist frequenzabhängig – tiefe Töne verhalten sich anders als hohe. Deshalb wird sie in Oktav- oder Terzbändern gemessen und ausgewertet, meist bei 250 Hz bis 4.000 Hz. Die Normen DIN EN ISO 3382 und DIN 18041 geben dazu klare Richtlinien und Zielwerte vor.

Empfohlene Nachhallzeiten in der Praxis

  • Tonstudios: 0,2 – 0,4 Sekunden

  • Wohnräume: 0,3 – 0,5 Sekunden

  • Büros / Besprechungsräume: 0,4 – 0,6 Sekunden

  • Klassenzimmer: 0,4 – 0,8 Sekunden

  • Konzertsäle: 1,2 – 2,2 Sekunden (je nach Musikstil)

Was beeinflusst die Nachhallzeit?

Die Nachhallzeit hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab:


  1. Dem Volumen des Raumes – große Räume hallen länger.
  2. Der Schallabsorption – je mehr Absorber an Decke, Wand oder Möbeln, desto kürzer der Nachhall.
    [Platzhalter für Visualisierung: Raum mit langer und kurzer Nachhallzeit, Sabine-Kurve o.ä.]

Fazit

Eine optimal abgestimmte Nachhallzeit ist kein Luxus, sondern essenziell für gute Sprachverständlichkeit, Konzentration und akustischen Komfort. In vielen Normen ist sie mittlerweile ein fester Bestandteil – zu Recht. Wer akustisch wirksame Räume plant, sollte mit der Nachhallzeit beginnen.

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